"Niemand ist ein Zigeuner" Lesung mit Wolfgang Wippermann

Wolfgang Wippermann ile Okuma (DE)

Ort: Theater im Depot - Immermannstr. 29, 44147 Dortmund
Datum: 02.09.2015
Beginn: 19:00 Ende:

Niemand ist ein Zigeuner

Tief sitzen die Vorurteile gegen die Menschen, die man früher »Zigeuner« nannte. Nicht nur in Deutschland, in ganz Europa werden Sinti und Roma ausgegrenzt und diskriminiert, oft sogar verfolgt. Mit der Debatte um eine eine Armutszuwanderung aus Südosteuropa wurde das alte Feindbild auch hierzulande erneut wiederbelebt.
Im Gespräch mit Catarina Felixmüller, NDR 90,3, stellt der Historiker Wolfgang Wippermann sein neuestes Buch vor. In »Niemand ist ein Zigeuner« geht er den hartnäckigen und weit in die europäische Geschichte reichenden Vorurteilen auf den Grund. Dabei differenziert er religiöse, soziale, romantisierende und rassistische Motive, die zusammen eine eigenständige Ideologie bilden: den Antiziganismus. Für Wippermann steht fest: Dieser entsteht nicht etwa im Bodensatz der Gesellschaft oder hat sich historisch erledigt, diese Ideologie ist nach wie vor politisch gewollt: Sie dient der Abgrenzung vom vermeintlich Fremden und der Legitimation von Herrschaft. Auf das Feindbild Sinti und Roma können sich offenbar alle europäischen Gesellschaften gleichermaßen einigen.
Gemeinsam mit Rudko Kawczynski, Vorsitzender der Rom & Cinti Union e.V. Hamburg, kämpft Wippermann seit vielen Jahren für die gesellschaftliche Anerkennung der Sinti und Roma und für ein Ende der fortdauernden Diskriminierung. Diese verletze den europäischen Wertekanon und müsse genauso geächtet werden, wie es der Antisemitismus wird. Es wird Zeit, dass Europa begreift: Niemand ist ein Zigeuner!

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